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Lyrik-Installationen 2010
 
Das Gedicht als vitale und spirituelle Quelle der Kreativität überschreitet hier die Grenzen eingefahrener Bahnen und nimmt unmittelbar Bezug zu Ort und Zeit und Wahrnehmung des jeweiligen Betrachters. Die Poesie muss sich nicht allein in Worte ausdrücken, sie kann auch in einer Handlung, einer Aktion liegen.
 
Das Ausstellungsprogramm bietet neben dem historischen Pfad und der Bibliothek der vergessenen Bücher in 60 Einzelprojekten über 100 Lyrik-Installationen auf dem gesamten Areal des Marienfriedhofes mit seinem 2,5 km langen Wegenetz. Einer der Themenschwerpunkte ist die Erinnerungskultur, ein anderer das freie Spiel mit Worten und Formen, in denen Künstler aller Disziplinen auf ungewöhnliche Weise zusammenwirken.
 
Die Durchnummerierung entspricht den Nummern, mit denen die Installationen auf der Übersichtskarte im Programmheft, zur besseren Orientierung, verzeichnet sind.
 
01. Baum der Poesie
Der Baum der Poesie mit Gedichtblättern, die in den Literatur-, Setz- und Druckwerkstätten von Ingo Cesaro geschrieben und gedruckt wurden (siehe Programm Samstag + Sonntag), wird bei einem kleinen Richtfest der Poesie am Sonntag um 16.30 Uhr aufgestellt.
 
02. Buchstabenobjekt
Die Schrift hat den weißen Bogen Papier verlassen, die Typokinetik hat die endliche Schriftlinie in den unendlichen Raum versetzt. Michael Mahla (Stadtrat und Künstler für visuelle Kommunikation, Worms) verdinglicht Schrift in Form eines Buchstabenobjekts.
 
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03. Gewächshaus der Erinnerung
Medienkünstler Köln: Lars H. Beuse und Christine S. Thon
Wie funktionieren persönliche, intime, aber auch kollektive Erinnerungen? thonbeuse - Christine S. Thon und Lars H. Beuse - zeigen die performative Installation Gewächshaus der Erinnerung. Im >> Kirchturm der St. Andreaskirche in Hildesheim wird auf 31 Meter Höhe ein Gewächshaus als „Zentrum für Erinnerungsreproduktionen“ aufgebaut. Während der Ausstellungsdauer sind die Besucher aufgefordert, in dem Gewächshaus bereitgehaltene Gefäße mit ganz persönlichen Erinnerungsstücken zu befüllen. Die befüllten Gefäße werden anschließend mit einer „Seilbahn“ auf den Kirchplatz herabgelassen. Eine „Staffel der Erinnerung“ wird die Gefäße in einer goldenen Schubkarre durch die Stadt zum Marienfriedhof transportieren. Dort wird aus den eingemachten Erinnerungen eine Skulptur errichtet. Werden Sie Teil dieses riesigen Projekts, das es so noch nie gegeben hat und lassen Sie Ihre persönlichen Erinnerungen ins Gedächtnis fließen! Unterstützt von der Kunsthochschule für Medien Köln.
 
04. Aktionskunst - Live Überraschung!
Cottan Cossin arbeitet seit vielen Jahren als „aCtionist“ an der Planung und Umsetzung unterschiedlichster Ideen, wobei der gesamte Entstehungsprozess unter Einbeziehung des Publikums sein Grundanliegen ist - auch unter dem Aspekt des jederzeit möglichen Scheiterns. Die „aCtion“ beim LyrikPark 2010 bleibt bis zum Ende offen und variabel – so wie Bestehen, Werden und Vergehen.
 
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05. Visuelle Poesie
Installation mit Textfeldern Wolf Schreiber aus Gießen stellte bereits in Deutschland, Spanien, Italien und der Schweiz aus.
 
06. Handgeschriebene Lyrik auf Genua-Segel
Gisela Freiherr (Rödinghausen), Poetin aus Leidenschaft seit über 30 Jahren. Sie schreibt für das Leben mit dem Bewusstsein, dass die Vergänglichkeit allgegenwärtig und untrennbar mit dem Leben verflochten ist.
 
07. Text auf Spiegel
Erica Natal, Bielefeld (geb. in Turin). Preisträgerin des Hildesheimer Lyrik-Wettbewerbs 2009.
 
08. Wort-Spiel-Wiese
Renata Maßberg aus Hildesheim lädt Besucher zum Bilden eigener Worte und Wortkreuzungen ein.
 
09. Spuren-Suche
Sonja Klima und Jugendliche aus Bad Salzdetfurth (Tatjana Rühmann, Melanie Probst, Jaqueline Moritz) laden ein, sich der Neu-Gier zu ergeben und vom Weg abzugehen, weil dort zu finden ist, was sonst im Verborgenen bleibt.
 
10. Gedichtspirale mit schwingenden Stäben
Gerhard Pleus aus Gandersum.
 
11. Das Geheimnis des Goldmachers
Lichtbrunnen im Bunker
Peter Hereld, Autor und Filmemacher aus Hildesheim, inszeniert seinen neuen Roman „Das Geheimnis des Goldmachers“ (Gmeiner Verlag) mit einer Filminstallation, die im historischen Hildesheim anno 1234 spielt.
 
12. Wort-Pyramiden
Katina Georgoulas, Bremen, studierte Freie Bildende Kunst und Malerei in Bremen und arbeitet als freischaffende Künstlerin.
 
13. Beziehungskiste
Betty Schmidt, Wuppertal, arbeitet als Krankenschwester und veröffentlichte bereits in einigen Anthologien.
 
14. „Zerbrochen“
Andre Steinbach, Zittau.
 
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15. Bedruckte Plexiglastafeln
Martina Sens, Pramet (Österreich), veröffentlichte bereits sechs Bücher und ist mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet worden.
 
16. Ein Engel auf meinem Weg
Inhaftierte Frauen aus dem Frauengefängnis Hildesheim mit Birgit Waldhoff-Blum (Anstaltsbeirätin und Workshopleiterin) und Jutta Johannwerner (Anstaltsseelsorgerin). Um nicht zu verzweifeln, um Hoffnung und Kraft in schweren Zeiten zu spüren, schrieben inhaftierte Frauen der JVA Hildesheim Briefe und Gedichte an „ihre Engel“. Das Projekt lief über drei Monate und wird mit dieser Installation öffentlich gemacht.
 
17. Worthülse
Christian Zatloukal, Hildesheim
Mehrere hundert beschriebene Schotenfrüchte werden in einer offenen Großhülse gelagert und dürfen herausgenommen, gelesen, wieder hineingelegt oder mitgenommen werden.
 
18. „Ficken, Fressen, Fernsehn“
ZaunköniG /Dirk Strauch, Burgdorf
ZaunköniG ist als Dichter „Sonnettspezialist“ und Mitglied der Gruppe Poesie in Hannover. Sein Wahlspruch: "Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck".
 
19. Gedichtstele
Christian Prenzler,Hildesheim
Mit Gedicht von Jo Köhler.
 
20. „nur kurz hier eingefädelt“
Gedichtobjekt zum Auflesen
Manfred Enzensperger (Köln) studierte in Köln, Cambridge und Yale, Gedichtveröffentlichung in der ZEIT, veröffentlichte vier Bücher im Horlemann Verlag.
 
21. Gedichte aus Papier – eine fotografische Installation
Inken Bornholt, Fotografin aus Leipzig fängt die Vergänglichkeit von unbeschriebenem Büttenpapier auf schwarz-weißen Fotos ein. Sie bieten Raum für eigene Poesie, Wünsche und Gedanken.
 
22. a) Tanzen und Bleiben
22. b) Gebetsfahnen
Moni Fischer, freie Künstlerin aus Hannover
 
23. a) Wortzungen
23. b) T-Shirt auf Grabstein
Mila Nabel, Hildesheimerin, haben es Worte angetan, die vom Aussterben bedroht sind.
 
24. Grasreservat
Regina Laube, Kunst und Design Hildesheim, 30 Meter langer Grasstreifen, der von einem Textbanner eingegrenzt wird.
 
25. Gedicht an Birkenkreuz
Uwe Simanowski, Sarstedt, prangert in seinem mit Stacheldraht befestigten Gedicht die Sinnlosigkeit des Krieges an.
 
26. Tagebuch der Traurigkeit
Karola Mittelstaedt, Objektgestalterin aus Rössing und Förderpreisträgerin des Landes Niedersachsen, lässt auf Holztafeln Traurigkeit zu, die der Besucher ihres andächtigen Ortes in einem „Kondolenzbuch“ selbst erfahren und ausdrücken kann.
 
27. Roter Mohn
Handpressendruck als Buchobjekt mit einem Gedicht von Regine Mönkemeier, die in Lübeck lebt. Sie schreibt Lyrik und Prosa und betreibt eine Marmorier- und Bleisatzwerkstatt. Roter Mohn ist kein Blumengedicht, sondern greift die Beziehung zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan auf. 

28. nest - sacred space of cultural memory
Vesna Lubina, Studium der Philosophie in Konstanz, Tübingen und New York, lebt und arbeitet als Schriftstellerin und Künstlerin in Orlando, Florida. Sie installiert ein begehbares Wollknäuel, das zu einem Ort kultureller Erinnerung wird. Ein fortlaufender Faden erzählt vom mystischen Erinnern.
 
29. a) Friedensblume
29. b) Textbeschriebene Kerzenständer
Tilo Eichhoff, Hildesheim
 
30. Wunderbar Wandelbar
Astrid Jansen, Modedesignerin aus Hildesheim, spezialisiert sich seit 2001 auf „Upcycling“. Ihre Pappmachee-Installation setzt sie bewusst den Launen der Natur aus.
 
31. Die Neu-Vermessung Hildesheims
Christian Engelken, Texter aus Hannover und Frauke Maydorn, Grafikerin aus Hildesheim, materialisieren auf kuriose Weise ihr Buch „die Neuvermessung Hildesheims“, erschienen im Moritzberg Verlag Hildesheim.
32. Strukturänderung
Alexandra Vigh, geboren 1974 in Hamburg, lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Hamburg. Sie beschäftigt sich mit dem Zerfall von Strukturen, Wiederherstellung und Neuschöpfung. Dabei versucht sie den Begriff vom Dasein auf ungewohnte Weise herauszuarbeiten.
 
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33. a) Weckgläser
33. b) Stiefel-Lyrik
Susanne Voigt, Badenhausen, Harz
 
34.Schatzsuche
Julia Wally Wagner aus Helmstedt lädt ein auf eine Schatzsuche. „Seit über 22 Jahren ist das Leben mit der Kunst, mit meiner Phantasie, mein Lebensinn. Ich will erheitern, anregen und manchmal auch aufregen.“
 
35. Die Frau, das Schaf und die rote Wäsche
Isolde Egger, Innengestalterin und Autorin aus Bad Wörishofen, empfängt die Malerei und die Skulpturen als Fieber und Leidenschaft – ein Schaffen, das niemals aufhört.
 
36. „Abendlied“
Das Wiederverwerten von Alltagsgegenständen hat es ihr angetan: Die freie Künstlerin Violetta Vollrath aus Mainz lässt ein Reh aus Müll auferstehen und Buchstaben fressen.
   
37. Ins Licht
Dorothee Hövel-Kleibrink und Dr. Bernhard Kleibrink aus Gummersbach.
 
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38. Lyrische Umwindungen
Maggie Thieme, Ökotrophologin und Künstlerin aus Giessen, agiert in der „Blauzone“ zwischen Sprache und Kunst auf Bänken und Laternen.
 
39. PICKADREAM
Corinna Gerhards und Julia Arroja da Silva, Studentinnen aus Bremen, verweben in einem riesigen Traumfänger Gedanken von bekannten und unbekannten Lyrikern und Autoren. Diese dürfen gegen eigene „Traumgedanken“ gepflückt und mitgenommen werden.
 
40. Seiten-Waise
Ein Projekt der Stadtbibliothek Hildesheim mit Marita Graumann-Riedlinger.
Ein verschlossener Schrank gibt beim Öffnen verwaiste Bücher frei: ausgelesene Bände aus der Stadtbibliothek, durch viele Hände gegangen und weit gereist - jedes von ihnen erzählt eine Geschichte. Diese Bücher laden zum Anfassen, Stöbern und Mitnehmen ein.
 
41. Scuola Sicialiana
nach Giacomo da Lentini
Ulla Göklü, Künstlerin aus Worms, geboren 1943 in Breslau, studierte Graphik und visuelle Kommunikation in Berlin, verewigt auf ihrer Stele ein Gedicht vom Erfinder des Sonetts Giacomo da Lentini (1210-1260). Dieser war Notar am Hofe des Stauferkaisers Friedrichs II. und gilt als bedeutendster Vertreter der sizilianischen Dichterschule.
 
42. CQ [seek you] - Der Versuch einer metaphysischen Übersetzung
Friederike Köpf (freie Autorin und Regisseurin) und Robert Rehnig (Klangkünstler) aus Leipzig transformieren Gedichte in akustische Morsesprache. Die entstehenden rhythmischen Klänge werden über winzige Lautsprecher in die Umgebung gesendet. Der Besucher kann so erstmals Gedichte in einer vollkommen neuen Medialität erfahren.
 
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43. Mit Leinwänden umspannte Bäume
Christina Kaul, Malerin aus Lüneburg.
 
44. „Leben“
Claus Beckmann, freier Künstler aus Hildesheim, visualisiert an drei Säulen den Kreislauf des Lebens und zitiert Autoren wie R. M. Rilke, U. Lindenberg, K. Wecker, M. Kaleko.
 
45. Rucksackgedicht
Brigitte Lüghausen, Köln, schrieb schon früh ihre Gedichte nicht nur auf Papier, sondern auch auf Stein, in Sand oder auf Stoff.
 
46. Gedichte auf Seide, Holz und Ziegel
Gisela Reichelt, Lehrerin und Künstlerin aus Braunschweig.
 
47. Fotomontage
Film und Foto-Club Hildesheim
 
48. Traumfisch
Klanginstallation Rike Mayer, Hildesheimerin.
 
49. Gedicht auf Spinnennetz
Jana Dierßen, Hildesheim, Gewinnerin des Lyrikwettbewerbs 2009.
 
50. Lyrische Verspannungen
Dirk Zschocke aus Gießen, Geograph und Künstler, montiert eine LandArt-Installation. „Ich bewege mich mit meinen Arbeiten zwischen den Kunstformen, stets auf der Suche nach dem überraschenden Blick und der dem Ort und Moment innewohnenden Magie.“
 
51. Werde Wald jetzt
Die beiden Künstlerinnen Janine Lancker (freie Autorin) und Katharina Berndt (Illustratorin) aus Bremen versetzen die Hauptallee in einer Projektionsinstallation am Tage und bei Nacht in lyrische Stimmung. Seit ihrer Buchveröffentlichung "Weiße Frucht" 2009 arbeiten sie an gemeinsamen Projekten über das Wechselspiel der Kunstformen im "Hin und Her" von Bild und Text. Die Realisierung übernimmt die Projektionsfirma Panirama.
  
52. Spätsommer
Birgit Reßmeyer aus Hildesheim.
 
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53. Lyrikoskop
Vanessa Kaiser, Grafikdesignerin aus Hildesheim.
 
54. Anagramm an Grabstein
Annette Rösel, Künstlerin und Autorin aus Weiden.
 
55. Bilder lachender Menschen
Rita Schlote-Kahlstorf, Erzieherin für ästhetische Bildung aus Hildesheim, leitet seit neun Jahren Lachseminare.
 
56. Alltägliche Dinge
Marina Molyse aus Hildesheim verwandelt Fotos von Besuchern am Laptop zu Gemälden.
 
57. take-away Haikus
Lars Avid Brischke, Energietechniker und Lyriker aus Berlin, platziert „Nimm deinen Weg“-Haikus im Park, auf die der Besucher ganz zufällig stoßen kann.
 
58. a) Wunschbaum
58. b) Stadt in der Wüste
Die 10. Klasse der Rudolf Steiner Schule Lüneburg lädt alle Besucher ein, ihre ganz persönlichen Wünsche und unerfüllten Träume aufzuschreiben. In buntbemalten Flaschen werden die Sehnsüchte der Besucher an einen Baum gehangen – dieser wird so zu einem mannigfaltigen Wunschbaum. Unterstützt werden die Schüler von ihrer Kunstlehrerin Claudia Zimmermann.
 
59. Schreib mal wieder
Die KulturWerker sind eine Gruppe von jungen Erwachsenen, die aktuell an einem Qualifizierungsprojekt der KulturFabrik Löseke teilnehmen. In ihrer Installation „Schreib mal wieder“ machen sie sich mit superschnellen Schriftverkehrsmitteln auf den Schneckenpostweg. Eine Auseinandersetzung mit der zwischenmenschlichen Kommunikation im Wandel der Zeit.